Visionskonferenz

Kulturagenda Westfalen

Pilotplanungsprozess Freudenberg

 

VISIONSKONFERENZ

Datum:           02.03.2013, 11.00-18.00 Uhr

Ort:                 Ratssaal Freudenberg, Mórer Platz 1

 

TOP 1                       Begrüßung und Einführung

 

Bürgermeister Günther heißt die Anwesenden herzlich willkommen und zeigt sich freudig überrascht von der stattlichen Teilnehmerzahl. Daraus könne man schließen, dass die erste Veranstaltung Neugierde geweckt habe, denn neben den Personen, die ihm durch ihr vielfältiges Engagement bekannt seien, dürfe er auch etliche neue interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Ein strammes Programm stehe heute auf der Tagesordnung; dies wolle man gemeinsam mit Freude und geballter Kraft bei herrlichem Sonnenschein angehen.

 

Herr Richter begrüßt die Teilnehmer ebenfalls ganz herzlich und betont, dass  Veranstaltungen mit Kulturinteressierten stets einen besonderen Charakter haben. Die heutige Visionskonferenz beinhalte ein umfangreiches Programm; er sei jedoch zuversichtlich, dass eine Arbeit in lockerer und entspannter Atmosphäre vor Ihnen liege.

In seinen weiteren Ausführungen informiert Herr Richter über den geplanten Ablauf und die Aufgaben der Visionskonferenz. In dieser würden Gemeinsamkeiten aufgezeigt und zusammengeführt sowie Unterschiede diskutiert und abschließend versucht, einen Konsens zu finden. Das Ergebnis werde durch die Formulierung gemeinsamer Visionen dargestellt.

 

Herr Richter bedankt sich bei den Teilnehmern für die zu Beginn der Konferenz auf einer Pinnwand im Eingangsbereich vermerkten Wünsche für die Kulturentwicklung in Freudenberg, die einen guten Einstieg in die Visionsarbeit ermöglichen würden.

 

 „Mein größter Wunsch für die Kulturentwicklung in Freudenberg“

 

  •  mehr Geld für kulturelle Kinder- u. Jugendarbeit
  •  Freudenberg – „Leuchtturm“ Kulturwerkstatt
  •  generationsübergreifende Lebensqualität mit „Herz“
  •  gezielte Einbindung der Kinder & Jugendlichen in allen Bereichen des kulturellen
  •  Lebens
  •  interessante, vielfältige Angebote „für alle“ miteinander entwickelt + abgestimmt
  •  Instrumentalunterricht für alle Altersgruppen
  •  Verbesserung der Lebensqualität
  •  Demenzprophylaxe
  •  Kooperation mit Apollo-Theater oder Gebr. Buschkreis sowie Einrichtung

 eines Kulturbusses (Kooperation mit örtl. Bus- oder Taxiunternehmen)

  • bessere Möglichkeiten für Konzerte
  • nicht nur ehrenamtliches Engagement, auch mehr kommunales
  • Ich wünsche mir eine kulturell lebendige Stadt mit einem Mittelpunkt im alten Zentrum
  • Kultur als „Selbstläufer“
  • die Kommune soll sich nicht ihrer Pflicht entziehen
  • nicht nur reden sondern TUN
  • nicht alles ins Ehrenamt geben
  • Vernetzung! Dachmarke
  • Kultur ist nicht nur Sache des Ehrenamts!

                                                                       (Reihenfolge der Auflistung stellte keine Bewertung dar)

 

 

TOP 2                       Vorstellung der Visionen durch die Impulsgeber           

 

                        2.1       Bernd Brandemann, Stadtverordneter und 1. Vors. der ARGE der Heimat- und Verschönerungsvereine/SGV in Freudenberg

 

Herr Brandemann weist darauf hin, dass er seine Ausführungen als Visionen eines kulturinteressierten Bürgers der Stadt Freudenberg verstanden wissen möchte. Natürlich würden ihn  seine Erfahrungen aus der  ehrenamtlichen und politischen Arbeit prägen,  er verstehe seinen Beitrag aber als persönliches Statement.   

In den einzelnen Stadtteilen würden sich die Heimat- und Verschönerungsvereine intensiv der Brauchtumspflege widmen. Dies zeige sich u.a. auch in den regelmäßigen Backtagen und Backesfesten, die stets großen Zuspruch fänden. Vor einigen Jahren habe man diese Aktivitäten koordiniert und eine gemeinsame Veranstaltung mit großem Erfolg durchgeführt.

Die gemeinsame Planung habe deutlich gemacht, dass eine Vernetzung und Zusammenarbeit im kulturellen Bereich insgesamt sicher der richtige Weg sei. Es gebe Vereine und Organisationen mit vielen Facetten, die in den Dialog mit einzubeziehen seien. Man müsse nicht unbedingt ständig Neues erfinden, um ein attraktives Angebot präsentieren zu können.

Kultur sei ein wichtiger Bestandteil des städtischen Lebens. Sie fördere nicht nur den Gemeinsinn der Bürger sondern biete ihnen Aufgaben, die glücklich machten und das Gefühl vermittelten, Sinnvolles zum Wohle aller zu bewirken.

Des Weiteren brauche auch die Wirtschaft als „weichen Standortfaktor“ eine gute und interessante Kulturatmosphäre vor Ort, um das Interesse potentieller Arbeitnehmer zu wecken, die neben Arbeitsbedingungen und Wohnmöglichkeiten auch Freizeiteinrichtungen und kulturelle Angebote in ihre Überlegungen zur Ansiedlung mit einbeziehen würden. Seinem Leitbild entspreche der Satz aus dem „Gütersloher Appell“ des Kultursekretariats NRW: „Kaum ein anderer Faktor prägt so sehr das Erscheinungsbild einer Stadt wie ihre Wahrnehmung als Kulturstadt. Kultur ist weit mehr als ein Standortfaktor, sie ist der Imageträger der Stadt“.

Herr Brandemann erhofft sich eine vermehrte Wertschätzung dessen, was bereits vorhanden ist und eine intensive Zusammenarbeit der Akteure mit dem Ziel, die vielen positiven Aktivitäten -  evtl. auch unter einer Dachmarke - zu koordinieren. Ein konkretes übergreifendes Zusammenwirken aller Kulturakteure nach dem Motto „Titel, Thesen und Termine“ halte er für sehr wünschenswert. In seinem Redebeitrag wolle er darüber hinaus stichwortartig einige Wünsche nennen:

Er spricht sich für den  Erhalt des Stadtmuseums, auch unter ehrenamtlicher Mitwirkung, als „Haus der Geschichte und Geschichten“ aus.

Als Fernziel unterstützt er einen auch beim ersten Treffen vielfach angesprochenen zentralen Veranstaltungsort am Marktplatz, der sich als „Markthalle“ oder „Kinderspielhaus“ (Indoor-Spielplatz) sowie als „Festzelt“ für vielfältige Veranstaltungen multifunktional nutzen ließe.

Ein größeres Kulturangebot könnte evtl. ein „Kulturkreis“ mit Fahrten zu Veranstaltungen außerhalb Freudenbergs bewirken.  

Freudenberg habe mit Einrichtungen wie Freilichtbühne und Technikmuseum sowie durch Großveranstaltungen bereits sehr wertvolle Zeichen gesetzt, die immer wieder auch zu würdigen seien. Es gelte für die positive Weiterentwicklung den Bekanntheitsgrad der Stadt zu fördern.

Der so überaus symphatisch klingende Stadtname, der von keiner Werbeagentur erfunden werden musste, sei seiner Auffassung nach zusammen mit dem weltweit bekannten Bild des hist. Stadtkerns intensiver auch für die Kultur-Dachmarke zu nutzen. Der  Alte Flecken sei ein Baudenkmal und nicht die Silhouette einer Metropole. Er repräsentiere damit eine Kleinstadt mit all den positiven Werten, die eine solche ausmachen würden. Kurze Wege, enge Kontakte der Menschen, Hintergrundwissen, dörfliche Strukturen, herrliche Natur, all dies könne für ein Image genutzt werden, das nicht nur dem Namen Freudenberg gerecht werde sondern die Freude tatsächlich auch vermittele. Eine „Kleinstadt“ sei heute aber auch zumeist von finanziellen Problemen gekennzeichnet, weshalb es auf eine Interessen- und Verantwortungsgemeinschaft mit ehrenamtlich Tätigen sehr ankomme.

Es sei wünschenswert, wenn dafür der Funke überspringe und zündende Ideen entwickelt würden. Kultur werde nach wie vor von  Bürgern gestaltet -  für Bürger und Gäste. Eine effiziente Ausrichtung aller Aktivitäten sei auch im Hinblick auf den immer geringer werdenden finanziellen Beitrag der öffentlichen Hand notwendig.

 

Herr Brandemann fasst seine Visionen abschließend in einem Satz zusammen.

Er wünscht sich eine bürgernahe Kultur für eine lebenswerte Stadt.“

 

 

                        2.2       Ulrike Monreal, Almut Kröger, FRids (Freudenberger Kids)

                                               (Auszüge aus der Präsentation):

 

 „Wir haben einen Traum …“

Folgendes Szenario: Ein Ratssaal einer Kleinstadt irgendwo in NRW im Jahr 2020. Der Bürgermeister der Stadt Freudenberg ist wieder einmal eingeladen worden. Er folgt hiermit der Einladung des Ministeriums sowie einer namhaften Kulturstiftung. Freudenberg ist mittlerweile Vorbildkommune in Sachen kulturelle Jugendbildung geworden.

Und wieder soll er berichten von den aktuellen Best-Practice-Projekten in Freudenberg.

Freudenberg ist auch in diesem Jahr 2020 mit Projekten, die beispielhaften Charakter für andere Kommunen im ländlichen Raum haben, vertreten in Kinder zum Olymp, einer der „Bibeln“ in Sachen kulturelle Jugendarbeit.

Der Bürgermeister wird begeistert seine Ansprache einleiten mit den Worten:

„Das Leitbild Freudenbergs heißt:Wir reden nicht nur von Bildung, wir leben Bildung!

  • Wir beleben die Schullandschaft – qualitätvolle kulturelle Jugendarbeit ist für Kinder, Jugendliche, Lehrer und Eltern an unseren Schulen eine Selbstverständlichkeit geworden und dort nicht mehr wegzudenken.
  • Wir beleben existierende Orte, an denen Kultur stattfinden kann und schaffen neue Kulturorte.
  • Wir folgen Qualitätsprinzipien, die das Besondere sehen und fördern, wir haben keine Angst vor Experimenten.
  • Wir strecken die Fühler aus – wir kooperieren mit verschiedenen Bildungs- und Kulturträgern, mit Kulturprofis aus der Region und dem ganzen Land. Wir suchen Impulse, die uns immer wieder über den Tellerrand blicken lassen.
  • Die Freudenberger Mitbürger, vor allem die Familien, identifizieren sich mit ihrer Stadt und begeistern sich für das kulturelle Leben.“

Auf Nachfrage der zahlreich vertretenen Presse fügt der Bürgermeister selbstbewusst hinzu: “Nein, Nachwuchssorgen haben wir schon längst keine mehr. Wir haben eine Vielzahl engagierter und kulturerfahrener junger Menschen in Freudenberg, die begeistert sowohl in Vereinen tätig sind, aber auch unabhängig freischaffend die Kulturarbeit in Freudenberg voranbringen. Sie kennen und lieben ihren Heimatort und präsentieren ihn stolz den zahlreichen Besuchern unseres schönen Städtchens.“

Soweit die Vision …

 

Das Leitbild Freudenbergs heißt:

„Wir reden nicht nur von Bildung, wir leben Bildung“

  • kulturelle Bildung ist in allen Schulen fest verankert
  • existente Kulturorte werden lebhaft genutzt und neue sind hinzugekommen
  • kulturelle Projekte sind von hoher Qualität
  • Kooperationen erfolgen über die Grenzen Freudenbergs hinaus
  • die Freudenberger identifizieren sich mit ihren Kulturangeboten

Um dies alles zu verwirklichen braucht Freudenberg ein  Jugend-Kultur-Büro.

Aufgaben:

  • Kontaktaufbau und –pflege
  • Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten
  • Kooperationspartner
  • Qualifikationsmaßnahme
  • Fachlicher Input
  • Organisation, Material, Termine, Internet etc.

 

Für die Zukunft brauchen wir kreative Menschen; deshalb muss auch auf kommunalpolitischer Ebene kreativ gehandelt werden.

Wir müssen offen sein für neue Ideen und den Impulsen folgen, die zur Förderung der künstlerischen und kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen beitragen.

(aus: Kulturpunkte Neuenrade)

 

 

                               2.3         Astrid van Dongen, Leiterin VHS-Zweigstelle Freudenberg und Gästeführerin

 

Zu Beginn Ihres Statements beschreibt Frau van Dongen ihr Verständnis von Kultur: „Kultur ist etwas, das wir als Bevölkerung zusammen schaffen; inzwischen nennen wir unsere verzweifelte Überlebensstrategie aus früherer Zeit „Haubergskultur“ oder wir gehen in Museen durch eingerichtete Wohnungen von früher und nennen das „Wohnkultur. Das alles heißt für mich: wir alle sind irgendwo und irgendwie Kulturschaffende. Das wiederum impliziert für mich Teilhabe – selbstverständliche Teilhabe aller, die hier leben, die hier ihre Freizeit verbringen oder über spezielle Interessen auf der Suche sind. Eine offene Tür, ein Sportplatz für alle, ein Freibad, eine Stadtbücherei, ein warmer Empfang, ein gemeinsamer Ort, gemeinsame Gespräche, Ideen entspringen vielleicht, vielleicht entsteht Mut am Experiment.“

Frau van Dongen wünscht sich, dass Kinder und Jugendliche mehr Gehör finden und in mitarbeitende Positionen eingebunden werden. Durch ihre Unbekümmertheit und andere Gedanken (think crazy) könnten sich völlig neue Perspektiven ergeben. Musikschule ebne Kindern und Jugendlichen den Weg in ein kreatives Leben und Stadtbücherei sei ein wichtiger Ort zur Leseförderung, als Treffpunkt und Veranstaltungsort.

Die Leistungsträger (Bürger in der Mitte des Lebens), die die öffentlichen Einrichtungen mitfinanzieren würden, müssten auch von diesen profitieren können. Freibad, Sportanlagen, Museen usw. sollten trotz finanzieller Schwierigkeiten erhalten bleiben. Es sei zu vermeiden, dass immer mehr in private Hände bzw. an Vereine übertragen werde, da  Menschen ohne Vereinsbindung ebenfalls Orte zur Freizeitgestaltung brauchten, ohne in Amt und Verpflichtung eingebunden zu werden.

Die ältere Generation, deren Leistungen man mehr anerkennen und deren Erfahrungen man wertschätzen sollte, seien Aktivposten in dieser „Stadtgesellschaft“   und  müssten in das kulturelle Leben integriert werden. Der Seniorenbeirat leiste hier wichtige Arbeit.

Es fehle ein zentraler Veranstaltungsort in Freudenberg, vergleichbar mit den Dorfgemeinschaftshäusern in den Stadtteilen. Für jedermann offen - ohne Vereinszugehörigkeit oder Beteiligung am kirchlichen Leben – könne dieser Ort den Mittelpunkt des städtischen Kulturlebens bilden.

Eine Volkshochschule mit zahlreichen örtlichen Zweigstellen, die den Finger am „Puls der Zeit“ bzw. des Ortes haben, sei ebenfalls wünschenswert. Auch hier könne eine Bürgerbegegnungsstätte ein geeigneter Ort sein, an dem Bildung – ein wichtiges Kulturgut -  vermittelt werde. 

Einen schönen Empfangsort für die Gäste der Stadt hält Frau van Dongen ebenfalls für notwendig. Sie stellt sich einen liebevoll gestalteten Marktplatz vor mit Bänken und evt. einer Gastronomie, wo nicht nur die Besucher sondern auch die Bürger gerne verweilen und  Kontakte knüpfen können.

Viele Busse mit Touristen, auch aus dem Ausland, sollten einen belebten Flecken vorfinden mit Kreativ-Geschäften und gastfreundlichen Menschen. Frau van Dongen möchte der niederländisch-siegerländischen Geschichte, die durchaus auch Auswirkungen auf Europa hatte, mehr Aufmerksamkeit geben und zum Thema für Veranstaltungen (z.B.Sprachkurse, Führungen) und Publikationen machen. Damit könnten neue Schwerpunkte nicht nur im Touristikbereich sondern auch in der Kultur gesetzt werden.

 

Zusammenfassend beschreibt Frau van Dongen ihre Vision folgendermaßen:

„Ich wünsche mir, dass wir als Bürger einer Kleinstadt mit historischem Erbe umdenken,  raus aus dem reinen Spartendenken und –handeln des Vereins- und Kirchenlebens,  ohne Konkurrenzgedanken, in eine moderne Welt – think big – auch wenn es für Freudenberg vermessen scheint.“

 

 

                        2.4       Marc Klinkert, Leiter der Musikschule Freudenberg

 

Herr Klinkert wünscht sich, dass die Musikschule nicht nur Kinder und Jugendliche zu ihrem Schülerkreis zählen kann sondern Musikinteressierte aller Generationen. Zurzeit betrage der Anteil der über 60-jährigen nur 1 %. Dies wolle man weiter ausbauen. Musikunterricht eigene sich auch zur  Prophylaxe für Demenzkranke. Dieser Bereich stehe zwar noch ganz am Anfang, werde aber im Hinblick auf die älter werdende Gesellschaft immer wichtiger. Hier sei eine Zusammenarbeit mit den im Seniorenbereich tätigen örtlichen Vereinen denkbar.  Die Chance, eine generationsübergreifende Einrichtung zu werden, sollte auf jeden Fall genutzt werden.

Die räumliche Situation der Musikschule habe durch den Umzug eine positive Veränderung erfahren. Auch die direkte Anbindung an die Grundschule sei zu befürworten. Man habe nun auch die Möglichkeit mit der VHS zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu stärken.

 

In einem Satz gesprochen, beschreibt Herr Klinkert seine Vision wie folgt: „ Ich möchte Brücken bauen zwischen Jung und Alt und Hand in Hand mit anderen Vereinen zusammenarbeiten.“

 

 

                        2.5       Marita Krekel, kulturinteressierte Bürgerin und Gästeführerin

 

Frau Krekel räumt zu Beginn ein, dass es ihr angesichts des rigiden Sparplans, den die Stadt Freudenberg nun einmal einhalten müsse, nicht leichtgefallen sei, kulturelle Visionen zu entwickeln. Sie wolle jedoch ihrer Devise treu bleiben, die da laute: „Es ist besser ein kleines Licht zu entzünden, als über die große Dunkelheit zu jammern.“

Nach Auflösung des Kulturkreises vor einigen Jahren vermisse sie in Freudenberg die Möglichkeit, sich ein Theaterstück anzuschauen (außer auf der Freilichtbühne) oder ein klassisches Konzert anzuhören. Ihre Vision sei daher eine Kooperation der Stadt mit dem Apollo-Theater Siegen oder dem Gebr. Busch-Kreis in Hilchenbach-Dahlbruch, inclusive einer Zusammenarbeit mit örtlichen Bus- und Taxi-Unternehmen für die Bereitstellung eines Kulturbusses.

Für kleinere Events wünscht sich Frau Krekel ein Künstler-Café, in dem Künstler aus der Region ihre Kunstwerke präsentieren und Dichterlesungen sowie Klavier- und  Jazzkonzerte bei Kaffee und einem guten Tropfen stattfinden könnten.

Ferner würde Sie die feste Einrichtung eines Puppentheaters begrüßen (früher lange Jahre Frau Rimat). Zwar gebe es immer mal wieder Gastspiele von Puppentheatern, sie sehe jedoch gerade im Hinblick auf die zukünftige Gesamtschule hier ein ideales Betätigungsfeld. Dort träfen Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und mit unterschiedlichsten Talenten aufeinander, die evtl. auch mit Unterstützung von Technikmuseum und Freilichtbühne eine Arbeitsgemeinschaft zur Gründung eines Puppentheaters bilden könnten. Als Ergebnis eines Gemeinschaftsprojektes von Schule und Kultur könnte das Theater im Winterhalbjahr in Kindergärten und Grundschulen spielen.

Eine Bereicherung des kulturellen Veranstaltungsprogramms sieht Frau Krekel in einer turnusmäßigen Wiederholung eines Gemeinschaftskonzertes aller ansässigen Chöre unter Begeleitung eines Orchesters, ähnlich des beim Stadtjubiläum „550 Jahre Stadtrechte Freudenberg“ durchgeführten Konzertes.

Sie erhofft sich ein stärkeres Miteinander von Kindern und Senioren durch gemeinsame Spielenachmittage. Kinder würden die alten Spiele, die vor 50, 60 oder gar 70 Jahren viele Generationen erfreut hätten, nicht mehr kennen. Durch das gemeinsame Spielen könne eine neue Verbundenheit zwischen Alt und Jung entstehen.

Damit sich die Kinder besser mit ihrem Wohnort identifizieren können, schlägt Frau Krekel die Durchführung regelmäßiger Stadt-Ralleys mit historischem Hintergrund für Schulklassen vor.

Frau Krekel hält eine Wiederbelebung der vor etlichen Jahren veranstalteten „Kulinarischen Meile“ in der Marktstraße für sinnvoll, um das Miteinander von deutschen und ausländischen Bürgern zu fördern. Internationale Spezialitäten aus den jeweiligen Heimatländern und ein Rahmenprogramm mit landestypischer Musik würden für ein buntes Fest von Bürgern für Bürger sorgen. In Ihrer Vision sehe sie alle gemeinsam Kasatschok, Sirtaki oder Flamenco tanzen.

Eine Verbindung von Kultur und Natur hält Frau Krekel ebenfalls für wünschenswert. Dazu könnten geführte naturkundliche Waldspaziergänge angeboten werden mit Erklärungen von Baum- und Vogelarten und Spurensuche von Waldtieren.

Eine ansprechendere Gestaltung des Marktplatzes wünscht sich Frau Krekel nicht nur für die Bürger sondern auch für die vielen Besucher, die u.a. im Rahmen von Gruppenreisen dort begrüßt würden. Sie könne sich eine Verbindung per Planwagen von Marktplatz zum Kurpark vorstellen, wo als Ziel ein idyllischer Biergarten, umrahmt von beleuchteten Wasserfontänen am Seerosenteich und musikalische Klängen, auf die Gäste warten würden.

In ihrer letzten Vision beschreibt Frau Krekel folgendes Szenario: An einem lauen Sommerabend (allein dies sieht sie schon als eine Vision!) werden die schwarz-weißen Fachwerkfassaden der Altstadt in violettes, rotes und grünes Licht getaucht. In der Marktstraße wird auf einem Flügel die Mondschein-Sonate gespielt und in der Mittelstraße spielt jemand auf der Trompete „Il Silenzio“; dazwischen schweben Elfen über die Gassen und Feuerschlucker und Fackelschwinger führen ihre Künste vor.

 

Abschließend bringt Frau Krekel ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass nicht alle ihre Visionen in Utopien enden.

 

 

                        2.6       Dieter Siebel, Inhaber Holzbrandmalerei Freudenberg, Künstler und Organisator von Ausstellungen

 

Herr Siebel möchte Visionen vorstellen, deren Umsetzung finanziell machbar ist, die auf Bestehendem aufbauen und die sich zielgerichtet an den Interessen und Wünschen von Bürgern und Gästen orientieren sollten.

Die Begeisterung vieler Menschen beim Anblick der Altstadt erreiche leider nicht die Bewohner des Fleckens. Immer noch werde signalisiert, dass man die Besucher eigentlich gar nicht brauche und die Veranstaltungen vor allem im Stadtkern als Störung des Privatlebens empfinde. Ein Umdenken hier stehe an erster Stelle und dies würde dann evtl. auch einen sorgfältigeren Umgang mit Gebäuden, Plätzen, Wegen und Grünflächen bewirken. Während sich früher das Stadtbild sauber und gepflegt präsentiert habe, fehle es heute nicht nur an Sauberkeit sondern auch an Blumenschmuck und schönen Winkeln, die eine Stadt einladend wirken ließen und ihr ein freundliches Gesicht gäben.

Inmitten des hist. Stadtkerns sieht Herr Siebel das Stadtmuseum als einen geeigneten Ort für die Realisierung vieler guter Ideen. So wäre dort z.B. die Umwandlung in eine Stadtgalerie mit Uhrenmuseum und Café möglich. Verkaufs-Ausstellungen bekannter Künstler wie Mueller-Stahl, Günter Grass aber auch Chagall, Dali, Kollwitz usw. könnten  einen prozentualen Gewinn für das Museum erwirtschaften und einen Aufmerksamkeitsgrad über die Region hinaus erlangen, wie in der Vergangenheit bereits mehrfach erlebt.

Der Alte Flecken biete sich für vielfältige künstlerische Aktionen an: z.B. leerstehende Schaufenster als Bildergalerien zu nutzen, Hotels und Gaststätten als Ausstellungsorte mit einzubeziehen, Straßen und Wenden in Open-Air-Galerien zu verwandeln. In der Erstellung eines Künstlerverzeichnisses sehe er einen ersten Schritt, um einen Überblick über alle Akteure zu erhalten und Kontakt mit den Kunstschaffenden vor Ort zu knüpfen.

Grundsätzlich sei es sinnvoll, wiederkehrende Veranstaltungen wie Ausstellungen, besondere Installationen (Aktionen des KulturFleckens Silberstern), Musikevents  (bereits erfolgreich „Freitags in …“) usw. zu etablieren, damit eine Gewohnheit entstehe und sich die Bürger mit den kulturellen Aktivitäten nach und nach identifizieren könnten. Er denke an einen bunten Veranstaltungsreigen unter dem Titel „Flecker Sommer“ , der Musik- und Traditionsveranstaltungen heimischer Künstler, Gruppen und Vereine beinhalte, wie z.B. Kurpark-Konzerte, Scheunenbesuche, Sommernachtskonzerte an besonderen Orten (Innenhof alter Kindergarten), lustige Führungen durch den Flecken mit Einkehr in Lokalitäten, wo Flecker Spezialitäten wie „ne Flecker Dong“, „gequallte Gestallte“ und andere Gerichte mit mundartlichen Namen kredenzt würden. 

Geschichten, Erzählungen, Anekdoten von Fleckern für Flecker und natürlich auch für Gäste könnten von interessierten und kundigen Senioren aufbereitet werden (Kultur-Club). Viele jungen Bürger würden die interessanten Persönlichkeiten und die teilweise skurrilen Begebenheiten nicht kennen und so könnte mit der Vermittlung dieser Informationen ein Bindeglied zwischen den Generationen geschaffen werden.  

Im bereits existierenden Literaturkreis könnten geeignete Personen angesprochen werden, die mit  Heimatgeschichten vertraut seien und diese auch gerne erzählen würden.

Geeignete Veranstaltungsorte seien bereits vorhanden. Dazu zählt Herr Siebel das Stadtmuseum, das „Alte Rathaus“, den „KulTourBackes“, die „Achenbachschen Scheunen“, die Villa Bubenzer, den KulturFlecken Silberstern sowie die  Kneipen und Gasthäuser.

Auch eine Kombination von Wanderungen und Traditionen hält Herr Siebel für ausbaufähig. Nach dem großen Erfolg des Fachwerkweges „Wilder Mann“ könnten weitere Themen-Wanderungen veranstaltet werden, z.B. Backes-Wanderungen mit Verkostung, eine Wanderung unter dem Titel „Der Kirchweg im Mittelalter“ in Freudenberg-Oberholzklau mit Kirchenbesuch oder eine Route „Wege der Industriegeschichte“  mit Besuch des Technikmuseums. Im Flecken selbst würde sich ein Spaziergang durch Freudenberg anbieten unter dem Motto „Kunsthandwerk besuchen und erlernen“mit Atelierbesuch, Besuch der Goldschmiede, der Holzwirtschaft, Glaskunst, Holzbrandmalerei usw.

 

Dieter Siebel beendet seinen Vortrag mit dem Wunsch, dass man sich dessen bewusst werden solle, was bereits vorhanden sei und das weiter entwickeln werden müsste.  Er ist der Meinung, dass viele kleine Schritte auch zum Ziel führen.

 

 

                        2.7       Friederike Schlebusch, KulturFlecken Silberstern

                                    (Die Vision wird von der Protokollführerin vorgelesen, da Frau Schlebusch nicht anwesend sein kann)

 

„Bei der Lektüre des Protokolls der letzten Sitzung ist mir aufgefallen, dass man sich ja im Grunde aller wichtigen Besonderheiten und notwendigen Entwicklungen bewusst ist.

Für meine Begriffe ist es ganz, ganz wichtig, die Altstadt attraktiver zu machen und ihr den musealen Charakter zu nehmen und den Kurpark einzubeziehen. Diesbezüglich haben KulturFlecken und Technikmuseum Ideen, die wir demnächst vorlegen.

Wir haben bei unserer In-die-Stadt-hinein-Arbeit immer festgestellt, dass wir bei manchen Bewohnern des Alten Fleckens auf sehr viel Widerspruch stießen. Diese müssten durch eine Vertrauensperson gewonnen werden, auch Ungewöhnliches mitzumachen und sich der Schönheit dieses Ortes bewusst werden.

Bei einem Besuch des holländischen Viertels in Potsdam war mir aufgefallen, dass es dort sehr viele strukturelle Ähnlichkeiten mit Freudenberg gibt:  Häuser mit Geschäften im Untergeschoss und Wohnungen darüber in mehreren Parallelstraßen.  Aber dort gibt es vielfältiges Kunsthandwerker- , Künstler- und Restaurant/Café-Angebot; es müssten mehr Geschäfte wie z.B. die "Holzwerkstatt"  den Flecken attraktiv machen.

"Die Perle des Siegerlandes" wirkt auf Postkarten und Plakaten soooo verlockend, geht man aber durch die Straßen, ist man enttäuscht.

Die neue Gesamtschule wäre eine Gelegenheit, das Nachmittagsangebot der Schule mit Freilichtbühne/Technikmuseum/KulturFlecken zu verzahnen, so dass die Schüler auch richtig in die Stadt hineinwachsen; aber dazu wäre es wichtig, dies sofort von Anfang an konzeptionell im neuen Schulprogramm zu verankern.

Auch überregional könnte man sich besser vernetzen und das Umfeld nutzen.“

 

Ans Ende Ihrer Vision stellt Frau Schlebusch einige Zeilen, die sie für die Vision von Schulen gelesen hat und die ihrer Meinung nach auch auf diesen Prozess zutreffen:

Am Anfang eine Idee - Nicht alleine und nicht mit allen - Für eine l(i)ebenswerte Schule (hier: Stadt) - Alle Betroffenen beteiligen - Nicht beim Alten stehen bleiben - Gemeinsam statt einsam -

Einen ( neuen ) Weg ( neu ) gehen - Neue Sichten entwickeln

 

 

TOP 3                       Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen

 

Nach der Mittagspause wird die Konferenz mit der Gruppenarbeit fortgesetzt. In drei Arbeitsgruppen werden die Visionen thematisiert, beraten, schriftlich festgehalten und im Plenum vorgestellt.

 

                        3.1       Visionen, vorgestellt von Tobias Fahl

 

Mauern niederreißen

  • Konkurrenz abbauen → Ideengut teilen
  • mehr Kooperation

                        - Terminabsprache → langfristige Planung

 

Wir sind alle Freudenberg

  • Eigenheiten der Ortschaften / Profile schärfen
  • Plattform für ALLE (z.B. Schaufenster)
  • es muss mit FREUDENBERG geworben werden

 

Generationen

  • Generationen zusammenbringen (Generationentag, Spiele usw.)

                        - verlässliche und regelmäßige Veranstaltungen

                        - kind- und jugendgerechte Gestaltung

 

Kulturnischen entdecken

  • Musiksessions in Kneipen
  • „Literatur“ in Kneipen
  • Café und Kunst
  • Motto-Stadtführungen
  • „WasserEisenland“
  • Museum als Veranstaltungsort

                        - Künstler-Lobby

                        - Galerie

 

Wieviel Kulturorte/-stätten sind sinnvoll?

  • Reduktion/Konzentration der Veranstaltungsorte
  • „weniger ist mehr“

 

Präsentation nach Außen

  • gepflegtes Stadtbild
  • Gestaltung des Marktplatzes
  • Werbeslogan für Freudenberg
  • Beschilderung/Stolpersteine

            - Informationen

  • „roter Faden“  für/durch historische Schauplätze
  •  

Visionäre suchen!

 

Zusammenfassung der Visionen:

Es wird eine bessere Vernetzung und Kooperation der einzelnen Kulturträger sowie der  17 Ortschaften angestrebt,  die mit einer Stimme, aber ohne Verlust ihrer Eigenständigkeit nach außen auftreten und sich auf einer Plattform präsentieren sollen.

Im Veranstaltungssegment wird weniger auf einzelne Highlights gesetzt  sondern die Schaffung neuer Traditionen bevorzugt, indem man eine Marke etabliert, nach der sich die Veranstaltungen thematisch ausrichten können. Des Weiteren sollen Kulturnischen entdeckt werden, das Museum als Veranstaltungsort etabliert und die Künstlerlobby gestärkt werden.

Es soll der Frage nachgegangen werden, wie viele Kulturstätten sinnvoll sind und wie eine effektive Aufteilung der vorhandenen Veranstaltungsorte erreicht werden kann.

Bei der Präsentation nach außen ist eine Bestandsaufnahme zu machen, die Positives, Negatives, Vorhandenes und Verbesserungswürdiges aufzeigt.

Es muss versucht werden, Menschen mit Visionen zu finden, die auch für die Umsetzung zur Verfügung stehen. 

 

 

                        3.2       Visionen, vorgestellt von Almut Kröger

 

  • Kooperationen

-          von Vereinen

-          von Ortsteilen

  • Image
  • Marke → Vermarktung

-          „Kulturwerkstatt Freudenberg“

-          „Kultur(werk)stätte“

  • Einbeziehung der Ortsteile
  • professionelles Marketing
  • Magnetwirkung
  • überregionales Interesse wecken
  • Qualität der Veranstaltungen
  • Kulturarbeit als Pflichtaufgabe
  • mehr Mut, weniger Bedenken
  • Strukturen schaffen
  • Informationsfluss
  • Kommunikation

 

 

Hieraus wurde eine Dachmarke mit  5 Visionen formuliert:

„Kulturwerkstatt Freudenberg“

  • Image und Marke
  • Mut für Neues
  • Qualität der Veranstaltungen → Nischen besetzen
  • professionelles Marketing  → Strukturen schaffen
  • Kulturarbeit als Pflichtaufgabe

            - für Verwaltung

            - für Bürger

 

Zusammenfassung der Visionen:

Die Kulturwerkstatt Freudenberg als Dachmarke bzw. Image aufzubauen wird als wirkliche Vision angesehen. Gemeinsamkeiten sollen vertieft, die überregionale Darstellung verstärkt und ein positives Image aufgebaut werden. Sowohl Bürger als auch Besucher sollen sich angesprochen fühlen.

Neues soll ausprobiert werden und zwar ohne Bedenken. Qualitativ hochwertige Veranstaltungen sind zu etablieren, die durch professionelles Marketing betreut werden  und das  Alleinstellungsmerkmal  der Stadt positiv beeinflussen können. An einer Stelle sollten alle Fäden zusammenlaufen, die Aktivitäten gebündelt und Impulse gegeben werden. Für die Kommune muss Kulturarbeit Pflichtaufgabe sein und für die Bürger eine freudige Pflicht. Eine Identifikation mit dem Ort und dessen Kultur sollte das Ziel aller Bemühungen sein, wobei man auch bereit sein muss, die Nachteile in Kauf zu nehmen.

 

 

                        3.3       Visionen, vorgestellt von Kornelia Busch-Pfaffe

 

  • zentraler Kulturort
  • Vernetzung v. Veranstaltungen
  • Kom. Gesamtkonzept → Kontakt- u. Koordinierungsstelle u. Steuerungsgruppe
  • gepflegtes Stadtbild
  • Bekanntheitsgrad und Attraktivität von Freudenberg steigern

 

Frau Busch-Pfaffe führt aus, dass die Gedanken in der Gruppe immer wieder auf die Frage zurückgekommen seien, wie man etwas anderes entwickeln könne. Letztendlich habe man sich für die Darstellung einer  Organisationsstruktur entschieden, die alle Wünsche der Gruppe für die Kulturentwicklung Freudenbergs enthalte.

 

            Fachkraft KE

            Steuerungsgruppe      (Marketing, Koordination, Beratung, Fördermittelbeschaffung,

                                               überreg. Kontakte, Mitstreitergewinnung)

 

↓                      ↓                              ↓                                ↓                                           ↓

 

Schulen                     Stadtmuseum                   Kulturort                               wiederkehrende Aktionen                               Vereine

Projekte                                    Kulturcafé                        Mehrgenerationenh.         „Flecker Sommer“                              Entlastung

Sozialverhalten        Führung                            div. Märkte themenbez.    regionaltypische Angebote

Kultur v.Ort              Lesung                              Spielhaus                              Märkte

Musikschule f.          Ausstellung                      zentr. Veranstlatungsort    Konzerte

alle Generationen

 

Die Vision in einem Satz:

Eine lebenswerte, lebendige, gepflegte Stadt … nur da blüht Kultur!

 

 

 

TOP 4                        Zusammenfassung

Der Begriff „zentraler Kultur- und Veranstaltungsort“ wurde zwar immer wieder aufgegriffen, erfuhr jedoch in den einzelnen Arbeitsgruppen unterschiedliche Gewichtung.   

In der Abschluss-Diskussion dieser Konferenz wird allerdings schnell die übereinstimmende Meinung deutlich, dass die Realisierung eines solchen Projektes als Zukunftstraum bewertet wird.

Vielmehr möchte man die Aufmerksamkeit auf die Erhaltung und den Ausbau der zielgerechten  Nutzung bereits bestehender Räumlichkeiten lenken. Dabei kann die Art der Veranstaltung den Raum bestimmen. Man ist sich einig, dass eine konsequente Umsetzung dieser Praxis auch ohne einen größeren zentralen Veranstaltungsort vielen interessanten Aktivitäten Raum geben könne.  Das Stadtmuseum spielt bei all diesen Überlegungen eine zentrale Rolle.

Das Thema „Kooperation und Vernetzung“ hat große Aufmerksamkeit erhalten. In den Diskussionen wurde deutlich, dass die Besonderheit der Kernstadt mit ihren Stadtteilen nicht als Problem sondern als Qualität erkannt werden sollte. Es müsse Kulturarbeit entwickelt werden, die die Profile der einzelnen Ortschaften stärke und diese zu einer Dachmarke mit großer einheitlicher Außenwirkung zusammenführe. Kleine Städte könnten zwar in vielen Bereichen nicht mit den Metropolen konkurrieren aber dafür Nischen entdecken und daraus eigene Profile entwickeln. Dass der Grundstein für ein positives Image mit einem  gepflegten Stadtbild gelegt werden muss, daran zweifelt niemand. Man erhofft sich mit einer erfolgreichen Präsentation der eigenen Stärken nach Außen auch eine positive Beeinflussung des Bewusstseins für die eigene Stadt.  Dies würde dann evtl. auch zu neuen  Initiativen für gemeinsame Aktionen im Bereich von Pflege- und Verschönerungsmaßnahmen führen.

Das Zusammenwirken aller Generationen wird ebenfalls als wichtiger Baustein in der Kulturentwicklung Freudenbergs angesehen. Die bereits vorhandenen Ansätze in der Mehrgenerationenarbeit sollen weiter ausgebaut und und neue Ideen verwirklicht werden, um eine Verbindung zwischen Alt und Jung zu fördern und diese auch sicht- und erlebbar werden zu lassen.

Bei allen Planungen soll großer Wert darauf gelegt werden, dass die Alltagskultur ein wesentlicher Bestandteil der Aktivitäten ist und einen großen Teil der Bürger auch wirklich anspricht. Man erhofft sich dadurch stets wachsendes Interesse der Bürger  und positive Signalwirkung auch für Gäste.

Allen Teilnehmern ist die Bedeutung des Ehrenamtes bewusst. Dass das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger mehr Anerkennung und Unterstützung durch Bevölkerung, Kommune und Wirtschaft erfahren sollte,  ist einheitlicher und dringlicher Wunsch.

Kulturförderung könne heute nicht mehr nur aus senatischer und gesellschaftlicher Sicht betrachtet werden. Im scharfen Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte müsse sich die Wirtschaft auch aus eigenem Interesse für die Kulturförderung stark machen und hier Verantwortung übernehmen.

Zum Abschluss dieser Konferenz wird eine kleine Redaktionsgruppe gebildet, die die gemeinsam erarbeiten Visionen zusammenführen und in einem Visions-Vorschlag formulieren wird.

Bevor die Redaktionsgruppe ihre Arbeit aufnimmt, verabschieden Bürgermeister Günther und Reinhart Richter die Teilnehmer mit einem Dank für die rege und konstruktive Mitarbeit und drücken ihre Hoffnung auf ein Wiedersehen bei der nächsten Veranstaltung aus.

 

TOP 5                        Vorschlag der gemeinsamen Vision

 

Die Redaktionsgruppe unter der Leitung von Reinhart Richter setzt sich aus folgenden Teilnehmern zusammen:

Bärbel Bäumer – Stadtmuseum, Knut Bogda – Kulturausschuss, Kornelia Busch-Pfaffe – Vors. Kulturausschuss, Tobias Fahl – städt. Kultur- und Touristikbüro, Anke Flender – Stadtverordnete im Kulturausschuss, Annegret Meurer – städt. Kultur- und Touristikbüro und Protokollführung, Wolfgang Schüler – Kulturausschuss.

Der erarbeitete Vorschlag der gemeinsamen Vision soll allen Teilnehmern zeitnah zwecks evtl. Ergänzungen oder Änderungen (diesbezügliche Mitteilungen an die Protokollführerin per Mail) zur Kenntnis gegeben werden.

Der Vorschlag für die gemeinsame Vision mit den bis dato gesammelten Änderungen bzw. Ergänzungen wird zu Beginn der Zielkonferenz am Donnerstag, 21. Marz 2013, 16.00-20.00 Uhr, zur Diskussion gestellt und verabschiedet.

Die Überschrift wurde als Arbeitstitel ausgewählt. Die Festlegung eines endgültigen Slogans wird eine noch umzusetzende Aufgabe sein.

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