Zielkonferenz

Zielkonferenz

Datum:           21.03.2013, 16.00-20.00 Uhr

Ort:                 Ratssaal Freudenberg, Mórer Platz 1

Teilnehmer:    siehe Anlage

Protokoll:       Tobias Fahl

PROTOKOLL

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Begrüßung und Einführung

Bürgermeister Günther begrüßt die Anwesenden zur 3. Veranstaltung der Kulturagenda. Für die nun folgende Zielkonferenz wünscht er der Versammlung konstruktive und zielführende Zusammenarbeit und freut sich auf die gesammelten Ergebnisse.

Herr Richter begrüßt die Anwesenden und stellt das Konzept der Zielkonferenz im Einzelnen vor. Die zuletzt erarbeiteten Visionen sollen heute in Zielformulierungen gewandelt werden, um konkrete Aussagen über das künftige Handeln geben zu können. Hierbei seien sowohl Ziele, die das Haushalts-Problem der Kommune betreffen, als auch Entscheidungen ohne finanzielle Auswirkungen für öffentliche Mittel, zu formulieren. 

Das Visionsbild, welches Herr Brandemann dankenswerterweise in Vorarbeit zur heutigen Sitzung erarbeitet hat, gilt es zu verabschieden. Diese Ausführungen zum Thema „Kulturwerkstadt“, die gesondert in der Vorlage der Vision gekennzeichnet sind, sollen jetzt durch das Plenum diskutiert werden.

Zunächst sei eine abstrakte Herangehensweise zur Formulierung der Ziele nötig. Nach diesem Prozess werde deutlich, ob und wie die gesteckten Ziele erreicht worden sind.

Freudenberg als Pilot-Kommune, hat den Planungsprozess am weitesten ausgearbeitet und diese Ergebnisse werden ganz zeitnah der Sitzung der Steuerungsgruppe als Bericht zugehen.

Zum weiteren Verlauf erklärt Herr Richter, werden die Themen aus der SWOT-Analyse als Vorbereitung zur Zielformulierung für die einzelnen Gruppen dienen, welche nun in vier Bereiche aufgeteilt sind.

Erst dann können für die Open-Space-Veranstaltung Anfang April Voraussetzungen zum konkreten Handeln geschaffen werden, um Vorschläge für Strukturen und Projekte zu schaffen.

 

Im Folgenden wird die Vision „Kulturwerkstadt Freudenberg – liebenswerte, lebendige, gepflegte Stadt, in der Kultur blüht“ dem Plenum vorgestellt. Gemeinsam werden die Formulierungen, bestehend aus den Vorgaben der Visionskonferenz sowie den Ergänzungen von Herrn Brandemann diskutiert und teils neuformuliert und im Anschluss einstimmig beschlossen.  

Herr Richter bedankt sich für die rege Teilnahme. Die Vision sei nun offiziell verabschiedet.

Im Laufe des Nachmittags werden in vier Arbeitsgruppen Zielvorschläge erarbeitet. Hierbei stehen unterschiedliche Themenbereiche zur Auswahl, zu denen jeder Teilnehmer freien Zugang hat und später auch in andere Gruppen wechseln kann.

Die Gruppen beraten in den nächsten zwei Stunden die hier aufgeführten Teilbereiche der von Herrn Richter vorgegebenen Themen.

 

Im Anschluss stellen die Leiter der Themengruppen ihre Ausführungen dem Plenum vor:

 

Die Gruppe 3, geleitet von Herrn Siebel, hat folgendes erarbeitet:

 

Ehrenamt

 

Das Ehrenamt würdigen. Ein Konzept für Formen - Beispiel „Kultursterne“ - und Veranstaltungen der Anerkennung –entwickeln und umsetzen.

Konzepte der Ansprache und Mitarbeit entwickeln und umsetzen, um Menschen, die bisher nicht ehrenamtlich aktiv sind- besonders auch junge Menschen -, für das Ehrenamt zu gewinnen.

 

Den notwendigen Unterstützungsbedarf für ehrenamtliche Tätigkeit – Beisp. Fortbildungsangebote, Koordinierung – feststellen und ein Unterstützungskonzept entwickeln und umsetzen.

 

Stärken stärken

 

Die Entwicklungspotentiale unserer „Stärken“ erkennen und nutzen.

 

Schnittstellen zwischen den „Stärken“ erkennen und durch Kooperationen nachhaltig nutzen – Beisp. Künstler und Kunsthandwerker bieten in Kooperation mit Hotels und Gastronomie Wochenendkurse (Kunstschmieden, Goldschmieden, Holzbildhauerei, Malen usw.) an.

 

Die Potentiale der Künstler und Kunsthandwerker gemeinsam präsentieren und weiterentwickeln. -  „Künstlerkolonie Freudenberg“, Kunstclub, Ansiedlung von Kulturschaffenden.

 

Herr Richter stellt die Ergebnisse der Gruppe 1 vor:

 

Kernstadt und Ortschaften

 

Die Kulturprofile der Ortschaften und der Kernstadt erkennen, beschreiben, ggfs. weiterentwickeln und sie gemeinsam unter dem Motto „Wir in Freudenberg“ leben und kommunizieren.

Die besonderen Eigenschaften der Ortschaften und der Kernstadt wertschätzend gegenseitig wahrnehmen und gemeinsam leben.

Gemeinsam Veranstaltungen von Kernstadt und Ortschaften besser kommunizieren, koordinieren, weiterentwickeln.

Den Wochenmarkt als Kommunikationsort von Ortschaften und Kernstadt entwickeln/stärken.

Die Akzeptanzprobleme der Bewohner des „Alter Flecken“ klären ( Mengenproblem Tagestouristen, Eventbelastung, Zustellen der Häuser mit Buden ). Lösungsmöglichkeiten entwickeln und umsetzen.

 

Bei Veranstaltungskonzeptionen die architektonischen Qualitäten des „Alter Flecken“ berücksichtigen, evtl. auch den Marktplatz für Angebote einbeziehen.

 

Den Kurpark als „Kulturpark“ entwickeln.

 

Koordination und Infrastruktur zur Unterstützung

 

Die Koordination von Terminen, Veranstaltungen, Planungen und die Information und das Marketing optimieren.

 

Die Unterstützungsfunktionen Koordination, Ansprechpartner, Kümmerer mit Herzblut für Kultur bei der Stadt optimieren.

 

Die Potentiale des Kulturmanagements bei Stadt, Vereinen und Institutionen bündeln und ihre Nutzungsmöglichkeiten optimieren.

 

Finanzierung

 

 Arbeitgeber und Stadt bilden eine Verantwortungsgemeinschaft zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Infrastruktur von Bildung, Kultur und Freizeit, um in Zukunft Chancen im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitnehmer zu haben.

 

Unternehmensbranding – Standortbranding, Unternehmen kommunizieren die Qualitäten ihres Unternehmens und die Lebensqualitäten ihres Standortes zusammen.

 

Die Tradition des Mäzenatentums in Freudenberg wird gepflegt und weiterentwickelt – auch zur Förderung der Kultur.

 

Die Gruppe 4, geleitet von Bürgermeister Günther, hat folgende Zielformulierungen hervorgebracht:

 

TB:  Kooperationen

 

-          Kooperationen mit anderen Kommunen

-          Kooperationen mit Unternehmen

-          Kooperationen mit Hochschulen

 

Ausgearbeitete Zielvorschläge der Gruppe:

 

Kooperationen können und sollten möglichst mit vielen Institutionen verstärkt und ausgebaut werden, um eine eigene Mobilitätsstruktur entwickeln zu können.

 

Gegenseitige Vorteile aus Kooperation mit Nachbarkommunen (Qualität + Quantität) ergeben sich in vielerlei Hinsicht; es kann auf bereits gewonnene Erfahrungen aufbaut werden (z. B. FRids). Hierbei sind Kontakte zu vertiefen und auszubauen, Partnerschaften mit Institutionen zu begründen – bessere Vernetzung der Kultur- und Tourismusverantwortlichen zu fördern. Ebenso sind auch die Unternehmen in die Prozesse einzubinden, denn aktive Beteiligung ermöglicht bessere Koordination, weil Information und Begleitung der Vorhaben eine erfolgreiche Umsetzung der Zielvorgaben gewährleisten.

 

 

TB: Veranstaltungsorte

 

-          Profilierung der Veranstaltungsorte

-          Veranstaltungsorte in den Ortschaften

-          Zentralisierung

-          Marktplatz

 

Ausgearbeitete Zielvorschläge der Gruppe:

 

Priorität im Segment der Veranstaltungsorte liegt in der Vielfalt der Örtlichkeiten – diese sind zu halten und zu erweitern sowie die technische Ausstattung zu verbessern – Motto: „Dach über dem Kopf“

Zu bestimmten Themen und Zeitpunkten der Veranstaltungen erscheint eine `sinnvolle´ Zentralisierung der Veranstaltungen unabdingbar, z. B. ein Weihnachtsmarkt.

Hierbei sind gleiche Rahmenbedingungen für alle Grundvoraussetzung.

Der Marktplatz ist als zentraler Veranstaltungsort zu erhalten und weiterzuentwickeln.

 

 

Die Gruppe 2 unter der Leitung von Frau Busch-Pfaffe erläutert ihre Zielsetzungen wie folgt:

 

TB: Junge Menschen

 

-          Kulturelle Bildung

-          Kooperation/Netzwerk der Anbieter

-          Kooperation Schulen mit Kulturschaffenden und Vereinen

-          Kulturangebote/-veranstaltungen für junge Menschen

-          Räume/ Gestaltungsräume für junge Menschen

 

Ausgearbeitete Zielvorschläge der Gruppe:

 

Für den Teilbereich „Junge Menschen“ stärkt sich die Gruppe für die Einrichtung einer Schaltstelle mit Ideenpool. Sinn und Zweck besteht darin, Ansprechpartner für kulturelle Projekte sowie eine bessere Darstellung für z. B. Jugendfördermittel zu erreichen. 

 

Der Bedeutung und Wertigkeit der kulturellen Bildung in der Schule muss ein höherer Stellenwert beigemessen werden. Hierbei ist eine bessere Motivation in der Schule zu erzeugen – die Kulturelle Bildung muss von Beginn der Planung an jugendgerechter, „jugendgemäß“ gestaltet werden. Kultur in der Schule soll in neuen, jugendgerechten Formen unter aktiver Einbindung der Schüler vermittelt werden. Der Lernprozess soll von Beginn an Mut zu Experimenten wecken. Die Persönlichkeitsentwicklung und die Selbstverantwortlichkeit junger Menschen bedürfen einer strukturierten Anleitung.

Der Begriff „Ehrenamt“ soll durch eine andere Formulierung (jugendgerechter) ersetzt werden.

Mehr Möglichkeit zur kulturellen Projektarbeit soll gegeben sein, wobei fortwährend  immer neue, spannende Aufgaben den Heranwachsenden zu stellen sind. Feste Strukturen sind unerwünscht - erfolgversprechender sind Projektarbeiten ohne Zwang, um sich an eine Institution zu binden. In dem Zusammenhang sind auch kulturelle Kooperationen mit überregionalen Institutionen eine sinnvolle Ergänzung des Angebots.

 

TB: Mut für Neues

-          Nischen finden und entwickeln

-          Rahmenbedingungen für Visionäre

-          Visionäre und Macher

 

Ausgearbeitete Zielvorschläge der Gruppe:

 

Hier sind wiederkehrende Planungskonferenzen für Visionäre und Macher angedacht, um „im Thema zu bleiben“. Weitere Aufgabe: Anlegen eines Ideenportals und eines Künstler- und Kulturaktiven-Verzeichnisses.

Im Anschluss bedankt sich Herr Richter für die Ausarbeitungen des Plenums. Die Zielaussagen und Evaluationskriterien soll zum Ende der Kulturagenda ausgearbeitet und vertieft werden. Dies wird die Aufgabe für die Open-Space-Veranstaltung am 6. April 2013 sein. Hiermit beschließt die Runde die Zielkonferenz.

 

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